Suren & Hohn sind das, was passiert wenn Huss & Hodn einen schlechten Tag hatten und trotzdem ins Studio gegangen sind. Gleicher Flow, gleiche SP 1200, aber irgendwie… moderner. Wobei „moderner" bedeutet, dass sie jetzt auch über Streaming-Probleme und überteuerte Avocados rappen, nicht nur über das Leben auf der Strasse.
Suren, 35, aufgewachsen in Zofingen – einer Stadt, die er in jedem Interview als „unterschätzt" bezeichnet, obwohl ihn dort niemand vermisst. Er entdeckte den Hip-Hop an einem Dienstagnachmittag im Jugendzentrum, als jemand versehentlich eine Wu-Tang-CD einlegte anstelle von Helloween. Es hat ihn nie losgelassen. Helloween schon.
Hohn, ebenfalls 35, kommt aus dem Zürcher Oberland, genauer aus einem Dorf dessen Name auf keiner Karte verzeichnet ist, die man freiwillig kauft. Er begann zu rappen weil er dachte, es sei einfacher als Gitarre. Es ist nicht einfacher. Das weiss er jetzt. Er macht es trotzdem.
Sie trafen sich 2017 an einer Afterparty, auf der es keine Party gab, nur eine Afterparty. Jemand hatte einen Bluetooth-Lautsprecher. Hohn spielte einen Beat. Suren nickte. Das war die Gründungsurkunde. Es gibt kein Foto davon, weil Hohn's Handy damals einen Riss im Display hatte und alle Fotos leicht lila aussahen, was die Stimmung nicht getroffen hätte.
Ihr Debütalbum „Wir waren's nicht" erschien 2019 auf USB-Stick, persönlich verkauft am Flohmarkt Kanzlei. Drei Stück wurden verkauft. Zwei davon an die eigene Mutter. Der dritte Käufer hat bis heute nicht reagiert, aber er hat den Stick behalten – das zählt.